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Die Bonner "Südstadt", gründerzeitliches Wohnviertel südlich von Hofgarten und
Poppelsdorfer Allee, ist eine Kostbarkeit von europäischem Rang. Von Krige und Sanierungswut
fast unberührt, blieben die zumeist herrschaftlichen Häuser so erhalten, wie sie zwischen
1860 und dem Ersten Weltkrieg gebaut wurden. Ihre Fassaden spiegeln das bürgerliche Selbstbewußtsein
des "fin de siècle" wieder. Hinter den schmiedeeisernen Zäunen der Vorgärten mit dem Laub der
Kastanien imponieren sie mit Adlern und Zinnen und anderen ornamentalen Details.
Bewundernswert sind die städtebauliche Disziplin der Blockbebauung und ihre starke Durchgründung in den
Innenhöfen und auf den Straßen.
Hier wohnte das gehobene Bürgertum: Beamte, Professoren, Kaufleute, Ärzte, Anwälte,
reiche Pensionäre.
Daß die Bonner Südstadt als Wohngebiet des späten 19. Jahrhunderts nahezu vollständig erhalten
ist und auch weiterhin Wohnzwecken dient, ist dem Bürgersinn ihrer Bewohner und einer neuen
Bewertung der gründerzeitlichen Architekten seit Anfang der 70er Jahre zu verdanken.
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